Würdet ihr euren Vater in ein Pflegeheim geben?

Hallo Leute, mein Vater war jahrelang ein gesunder, kräftiger Mann, der das ganze Leben praktisch gearbeitet hat. Jetzt mit dem Alter ist er auf einmal gebrechlich geworden, er vergisst die Dinge, stürzt ab, ist inkontinent. Er braucht rund um meine Hilfe. Ich kann aber nicht die ganze Zeit für ihn da sein, ich habe selbst noch kleine Kinder, ich muss den Haushalt führen und viele andere Dinge erledigen. Ich habe mich neulich mit meinem Mann darüber unterhalten und wir haben sogar an ein Pflegeheim gedacht. Ich habe aber Zweifel, meinen Vater einfach abzugeben, er hat mich doch groß gezogen, er hat sich um mich gekümmert, als ich klein war… Ich habe Angst vor der Abschiebung...Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

Kommentare

  • Hi Melanie,

    Du musst nicht gleich deinen Vater ins Heim abgeben, es gibt doch auch andere Möglichkeiten.. Was ist mit dem ambulanten Pflegedienst? Hast du an eine solche Alternative gedacht? Ihr Vater kann dann in dem häuslichen Umfeld versorgt werden. Du könntest vorab alles besprechen und vereinbaren, ambulantes Pflegedienst könnte bei Bedarf mehrmals in der Woche oder sogar täglich in dein Haus kommen und dich bei der Pflege ein wenig entlasten. Dann könnte dein Vater in der vertrauten Umgebung weiterhin leben und du hättest keine Zweifel mehr…

  • Hallo zusammen,

    wenn von den Alternativen schon mal die Rede ist, gibt es noch weitere Möglichkeiten. Wenn in deinem Haus genug Platz ist könntest du dich bei der Pflege auch mit einer Betreuerin behelfen. Im Moment sind Pflegekräfte aus Osteuropa ein fester Bestandteil des deutschen Pflegealltags. Wir haben selbst zwei Polinnen angestellt, die unsere leicht demente Mutter betreuen. Sie arbeiten beide in 2-Monat-Wechsel. Mal eine, mal andere wohnt mit der Mutter zusammen in ihrer Wohnung in Hamburg. Den Kontakt hat uns eine deutsche Agentur vermittelt. Wir würden niemals unsere Mutter ins Heim abgeben!

  • Hi,

    und was sollten diejenigen machen, bei denen die Pflege im eigenen Haus nicht möglich ist?? Meine Schwiegermutter ist behindert und dazu noch dement. Solange es noch ging, war sie in der eigenen Wohnung in Bremen. Ihr Zustand ist aber viel schlimmer geworden und wir haben mit meinem Mann entschieden, dass wir die Mutter mit nach Hause zu uns in Münster nehmen. Wir haben zwar versucht, leider ist die Wohnung für uns alle einfach zu klein. Außerdem müssten wir komplett die Wohnung umbauen und an die Bedürfnisse der Schwiegermama anpassen. Das ist weder finanziell noch technisch nicht möglich. Mutter braucht eine Rund-um-die-Uhr-Pflege und Betreuung, das können wir nicht leisten. Eine stationäre Pflegeeinrichtung war der letzte Ausweg in dem Fall. Klar, das hat uns sehr leid getan. Leider muss man manchmal schwere Entscheidungen im Leben treffen sich einfach mit anderen Lösungen, wie geplant, zufrieden geben...

  • Hallo Melanie,

    das ist doch keine Abschiebung. Du wirst den Kontakt zu deinem Vater doch nicht abbrechen wollen, oder? Finde ein schönes Pflegeheim in deiner Nähe, damit du den Vater oft besuchen kannst, vielleicht auch mit deinen Kindern. Das sage ich dir aus der Erfahrung. Auch mein Papa lebt seit über einem Jahr in einem Heim in Rostock, ganz in meiner Nähe. Das Heim gehört zwar nicht zu billigsten, das ist aber egal. Hauptsache, Papa fühlt sich wohl und ist gut versorgt. Wichtig bei der Wahl war für mich auch, dass ich und meine Bruder, seine Kinder, für unseren Vater immer da sein können.

  • Und was soll man machen, wenn man keine andere Wahl hat, wenn man den nahen Angehörige nicht zu Hause betreuen kann? Wie hat Melanie dein Vater auf die Idee, ihn in ein Pflegeheim abzugeben, reagiert? Ich habe auch dasselbe Dilemma, es geht aber um meine Mutti. Zur Zeit wohnt sie bei mir zu Hause, nun ist ihre Demenz so fortgeschritten, dass sie uns kaum erkennt. Sie braucht sicherlich eine professionelle rund-um-die-Uhr-Betreuung, diese kann ich ihr aber nicht gewährleisten, da ich selbst berufstätig bin. Ich vermute, sie wird kaum merken, dass sie in einem Pflegeheim wohnt. Ich bin noch am überlegen, eigentlich bleibt mir keine andere Wahl…

  • Es gibt auch andere Möglichkeiten. Meine Nachbarin hat für ihre 87-jährige Mutter eine Pflegekraft aus Polen angestellt. Wie sie die gefunden hat, weiß ich nicht. Diese Polin versteht einigermaßen Deutsch und wohnt mit der älteren Dame zusammen in ihrer Wohnung. Sie hilft ihr bei der Haushalt, verabreicht Medikamente, macht Einkäufe, geht mit ihr spazieren, usw. Die ältere Frau ist in ihrer vertrauten Umgebung geblieben. Soviel ich weiß, akzeptiert die Alte diese Betreuerin. Ja gut, man hat vielleicht andere Mentalität, aber man kann sich doch anpassen, wenn man will..

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