Brauche Hilfe! Pflegerin / Pflegeheim
Hallo! Dringend brauche ich Hilfe. Seit immmer wohne ich zusammen mit meinen Eltern. Da sie alt und unselbstständig sind, kümmere ich mich um sie. Letztens lernte ich Liebe meines Herzens kennen, die mir immer sage, dass ich leben beginnen soll. Sie versteht nicht, dass meine Eltern mich brauchen, um zu überleben - und das ist nicht übertrieben. Für meine Frau wäre am besten, wenn ich sie ins Pflegeheim schicke. Ich weiß nicht, was ich daran denken soll. Haben Sie irgendwelchen Rat für mich? Ich bin total verzweifelt.
Kommentare
Hallo Jan68,
es ist nicht einfach einen Angehörigen ins Pflegeheim zu schicken, und es ist noch schlimmer, wenn man mit dem das ganze Leben verbracht hat. In deinem Fall ist noch schlimmer, denn es handelt sich um beide Eltern...Du musst dir überlegen, was für deine Eltern das Beste wäre, obwohl ich kann mir gut vorstellen, was in dir vorgeht. Einerseits brauchen dich deine Eltern, andererseits solltest du aber auch dein Privatleben haben. Nicht, dass du dann viel zu spät aufwachst… Ich weiß zwar nicht, wie alt du bist, aber die Zeit zerrinnt dir schnell zwischen den Fingern.. die Freundin wird auch nicht ewig warten :-) Vielleicht hat deine Frau Recht. Am besten also mit den Eltern ehrlich darüber sprechen, wie sie sich ihr Leben in einem Pflegeheim vorstellen und ob sie damit überhaupt einverstanden wären. Es gibt so viele schöne Pflegeheime, in denen deine Mutter und dein Vater fachgerechte Hilfe bekommen können. .. Vielleicht könntest du etwas in der Nähe finden, damit du die beiden regelmäßig besuchen kannst.. Ich hoffe, ich konnte dir wenigstens ein bisschen helfen. Mark
Nahen Angehörigen ins Pflegeheim abzugeben fällt nie einfach, ist Tatsache. Ich weiß es aus der Erfahrung. Ich habe meine Mutti 10 Jahre zu Hause selbst versorgt. Dann ist aber die Demenz bei ihr so weit fortgeschritten, dass sie praktisch Rund-um-die-Uhr Hilfe brauchte. Ich bin noch teilweise berufstätig und während ich nicht da war, war Mutti in der Tagespflege. Am Anfang ging es noch, aber dann leider nicht mehr. Ich musste mehrmals in der Nacht aufstehen, die Windeln und das Bettzeug zu wechseln. Morgen beim Aufstehen war ich todmüde. Ich konnte nicht mal am Wochenende ausschlafen. Ich konnte nie ins Urlaub fahren oder einfach zu Besuch gehen, immer nur musste ich zu Hause bleiben. Meinem Mann hat es nicht gefallen und er hat mir oft angedeutet, er wird alleine ausgehen. Ich hatte Angst, dass meine Ehe dadurch kaputt geht. Lange habe ich überlegt, Mama ins Heim abzugeben, na ja…es ist einfach so… Immer noch, wenn ich daran denke habe ich Tränen in den Augen. Zum Glück wohnt jetzt meine Mutti in einem guten Pflegeheim. Die Einrichtung gehört zwar nicht zu den billigsten, doch Mama ist gut versorgt. Das sehe ich, wenn ich sie besuche.
Hallo Jan68,
Du musst auch dein eigenes Leben haben. Zwar handelt es sich hier um deine Eltern, doch musst du dir überlegen, ob du auf alles andere verzichten möchtest und nun sich deinen Eltern widmen möchtest. Ich verstehe dich, deine Eltern brauchen dich, doch es gibt mehrere Lösungen. Du kannst, z.B. eine Betreuerin zu Hause anstellen, die dir helfen wird, die Eltern zu pflegen. Sie bleiben dann bei dir zu Hause. Ich denke aber, ein gutes Pflegeheim wäre doch bessere Lösung. Die beiden Herrschaften wären in dem Heim Rund-um-die-Uhr versorgt durch ein medizinisch geschultes Pflegepersonal. Wenn du ein Pflegeheim in deiner Nähe findest, kannst deine Eltern oft besuchen. Dann hättest du natürlich auch Zeit für deine Freundin…
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Hallo,
ich hatte vor 3 Jahren gleiches Problem. 6 Jahre habe ich meine behinderte Mutter zu Hause gepflegt. Tag und Nacht war ich für sie da, ich musste sogar meinen Job aufgeben, da anders nicht ging. Ich dachte, es ist im Leben nichts anders wichtiger, als die Elternliebe. Ich war meiner Mutter dankbar, schließlich hat sie mich alleine groß gezogen, denn meine Eltern sind geschieden als ich noch klein war. Eines Tages habe ich aber einen Mann kennengelernt. Leider hatte ich wenig Zeit für ihn, denn ich musste immer für die Mama im Einsatz sein. Ich wollte aber auf meine neue Liebe nicht verzichten. Die Entscheidung, Mutter ins Pflegeheim anzugeben fiel mir sehr schwer. Ich habe immer noch ab und zu Gewissensbisse, anders ging aber nicht. Ich habe auch Recht mein eigenes Leben zu haben. Mama war mit der Entscheidung einverstanden. Jetzt, wenn sie fast 3 Jahre in dem Seniorenzentrum lebt ist unser Verhältnis noch besser geworden. Ich besuche meine Mutter so oft ich kann. LG Katrin
Mir fiel die Entscheidung, Mutti ins Heim abzugeben, auch schwer. Ich konnte sie aber bei mir nicht pflegen. Am Anfang ging es noch, als Mutti eine Pflegerin aus Polen in ihrer Wohnung hatte. Die polnische Frau wohnte bei ihr immer 2 Monate und dann kam eine neue. Nachdem Mutti einen schweren Schlaganfall erlitten hatte ging es nicht mehr, es gab Problem mit dem Transfer und Mutti hat eine professionelle Hilfe benötigt, unbedingt mit Rehabilitation und Krankengymnastik. Bevor ich mich für ein Heim entschieden habe, war Mutter bei Reha zwei Monate, danach musste man dringend einen Pflegeplatz finden. Aus Kostengründen habe ich mich für ein Pflegeheim in Breslau entschieden. Für € 1.500,00 im Monat bekommt Mutti nicht nur eine Rund-um-die-Uhr Pflege und Betreuung, aber auch individuelle Rehabilitation. Ich bereue meine Entscheidung nicht und bin alle 6 Wochen bei der Mutter zu Besuch. Gruß. Heiko.
Ich hätte meine Eltern nie ins Heim abschieben dürfen. Es gibt doch andere Möglichkeiten, zum Beispiel eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause. Ich habe gehört, dass man eine Pflegerin aus Polen anstellen kann, die dann zusammen mit dem Pflegebedürftigen in seiner Wohnung wohnt, ihn pflegt, Einkäufe macht, geht mit ihm spazieren, usw. Ein Alters- oder Pflegeheim käme nicht in Frage! Ich hätte Angst vor Vorwürfen meiner Eltern, sie haben mich doch groß gezogen und ich bin ihnen dankbar, für all das, was sie für mich getan haben. Selbst dann, wenn sie sich so was selbst gewünscht hätten, hätte ich das nicht getan!